Festablauf

Vogelschießen

Festprogramm

Festablauf

Festausschuss

Der Festausschuss organisiert das Schützenfest und kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Das Gruppenbild zeigt v.l.n.r.: Sascha Herwig (Mitglied des Festausschusses), Thomas Rabe (Mitglied des Festausschusses), Christian Roth (Mitglied des Festausschusses), Erol Cengiz (Vorsitzender des Festausschusses), Andreas Grebenstein (stellvertretender Vorsitzender des Festausschusses) und Johannes Kollmann (stellvertretender Kassenwart des Vereins).

Büscheholen

Am Freitag vor dem Fest brummen am frühen Morgen große Trecker mit Anhängern aus der Stadt und fahren Richtung Schlierbachswald. Auf den Anhängern sitzen fröhliche junge Schützenbrüder. Es geht zum „Büscheholen“! Abgeleitet aus alten Frühlings- und Pfingstbräuchen werden im Wald Birkenbüsche geschlagen, anhängerweise! Nach getaner Arbeit gibt es ein echtes Wanfrieder Frühstück: Gehacktes, Ahle Worscht und Brötchen. Und dann zurück werden die Birkenbüsche in der bereits grün-weiß beflaggten Stadt verteilt und von den Bürgern an den Einfahrten und Haustüren auf gestellt. Grün die Blätter, weiß das Holz: Grün und Weiß sind unsere Farben!

Festgottesdienst

„Lobsingt Ihr Völker alle, lobsingt dem Herrn!“ So beginnt der Sonntag des Vogelschießens. Sie kommen alle zur Kirche, über 400 Menschen, die Honoratioren der Stadt, Wanfrieds Bürger, die vielen Gäste, um einen Gottesdienst zu feiern, der ganz im Zeichen des großen Festes steht. Zwei große Blasorchester, insgesamt über hundert Musiker umrahmen die Liturgie mit Chorälen und festlichen Melodien.

Der feierliche Einzug der Schützen mit ihrer edlen Fahne ist der Beginn dieser besonderen Zeremonie.  Pfarrerin Rosemarie Kremmer und Diakon Stefan Schäfer geben Beispiel für gelebte Ökumene und demonstrieren sympathisch, dass Glaube und Kirche Teil des städtischen Lebens, Teil auch dieses Volksfestes sind. Es ist der Moment im Festgeschehen, in dem innegehalten wird, in dem die Gedanken, die Gefühle einmal schweifen dürfen, in dem Ruhe und Kraft aufgenommen, in dem gebetet und gedankt wird. Und es wird gemeinsam gesungen: dem Höchsten zur Ehr!

Festumzug

In weitem Umkreis gibt es keinen Festzug, keine Parade, die so viel Musik mit sich führt. Mehr als zehn Musikformationen begleiten einen bunten, lebendigen und fröhlichen Umzug durch die Stadt. Kindergärten, Schulen, Vereine und Unternehmen zeigen fantasievoll, wie sie das vom Schützenverein propagierte Thema oder Motto interpretieren. Wochenlang haben sie sich, ihren Auftritt, ihre Wagen vorbereitet. Mit Liebe und sehr viel Arbeit wird alles vorbereitet und dann mit Stolz dargeboten.

Mit Musik geht das am besten und deshalb halten wir es mit Colonel Hatty aus dem Dschungelbuch: Musik: zwei, drei, vier!

Brombeermann

Der Brombeermann, die Symbolfigur der Wanfrieder, kommt jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli mit seinem Gefolge, den Elfen und Zwergen, in die Stadt zum Wanfrieder Vogelschießen, dem traditionellen Volks-, Schützen- und Heimatfest. Vor dem Rathaus übergibt ihm der Bürgermeister den Stadtschlüssel. Für vier Tage übernimmt er damit symbolisch die Regentschaft.

Der erste Darsteller des Wanfrieder Brombeermannes nach dem Zweiten Weltkrieg war Wolfgang Günther, der im ‘Freilehen’ von seinem Gefolge abgeholt wurde. Sein Nachfolger, Fritz Sieland, stellte den Brombeermann in den Jahren 1948 bis 1984 dar. Von 1985 bis 1997 verkörperte Heinrich Roth die Symbolfigur. Seit 1998 tritt Uwe Roth als Brombeermann auf.

Viele Sagen und Märchen ranken sich um die kleine Stadt, deren Einwohner »Brombeermänner« genannt werden. Wie sie zu diesem Namen kamen, darüber streiten sich die Gelehrten; eine der möglichen Erklärungen datiert auf den 30. August 1608, den Tag, an dem Moritz, der Gelehrte, Wanfried zur Stadt erhob.

Angeblich machte er dafür zur Bedingung, dass ihm die Wanfrieder in der Reifezeit jeden Morgen, wenn er im Eschweger Schloss weilte, zwei Tragkörbe mit Brombeeren bringen müssen, was den Wanfriedern schnell den Spitznamen »Brombeermänner« eingebracht haben soll.

Brombeermanngedicht

(in Wanfrieder Mundart)

Es kläbd en Schdäddchen an där Werr
wie Wengen on wie Kledden,
as äß das Schendste was es gebd,
s’äß onser Wännefredden.

Es lidd do wie en Fenkennääsd1),
en grienen Heckenschdriefen2),
en däm dän liewen, langen Dag
frehleche Veile3) fiefen.

On Hisser schdenn do, ewwerragd4)
vun Lengen5) on vun Iwen6)
on blankgebudzd äß Hus an Hüs,
on alle Fänsterschiewen7).

Größmodders ääler Hüsrod8)
schdedd en Hüseeren9)
on Schdommen10),
on üs dän Fänstern güggen rüß
gar krebbelbuinde11) Blommen.

Rawünzel12) schdenn en jedem Hob
on Schbanscheläuch13) on Mehren14),
on Kesper15) riffen en däm Bärg,
Uerbel16) on Budderbeeren17).

On gude Menschen wohnen do
medd hällen Sonnenäuwen,
se achden on se ehren nach
dän äälen Vadergläuwen.

On en dän Gassen dommeln sich
en Häufen Hessenkenner18),
sen rübbelruind19) on kärngesuind20),
eins äß do emmer schenner.

Jo, jo, zu häbsch äß onse Schdaad,
das kann ech üch bewiese,
se äß das allerlebbste Schdeck
vom Hemmelsbaradiese.

Schdoilz21) sen meh drem! On keiner kann
ons an das Hosenledder!
Dänn meh sen meh! Meh hons, meh konns!
Meh sen de Wannefredder!

1) Finkennest, 2) Heckenstreifen, 3) Vögel, 4) überragt, 5) Linden, 6) Eibe, 7) Fensterscheiben, 8) Hausrat, 9) Hausflur, 10) Stuben, 11) farbenbunte, 12) Rapunzel, 13) Spantschlauch, 14) Möhren, 15) Kirschen, 16) Erdbeeren, 17) Butterbirnen, 18) Hessenkinder, 19) kugelrund, 20) kerngesund, 21) Stolz

Brombeermannlied